Was, wenn die Schwerkraft Wolkenkratzer in riesige Batterien verwandelt?

Erneuerbare Energien sind essenziell für die Dekarbonisierung der Welt. Sie behalten ein bekanntes Problem: Ihre intermittierende Natur kann in Ermangelung ausreichender Speicherlösungen die Verwaltung des Stromnetzes etwas komplex machen.

Viele Unternehmen und Wissenschaftler suchen daher nach mehr oder weniger originellen Lösungen für dieses Problem. Neben den klassischen Riesenbatterien wie Teslas Megapacks, die sich weltweit vermehren, aber nicht ohne Sicherheitsprobleme sind, wurden hier einige dieser (vielen) möglichen Lösungen untersucht.

Eine CO-Kuppel2 in der Lage, Energie nach Bedarf zu liefern, eine Flüssigbatterie für Solarenergie, feste Wasserstoffbatterien, Vanadium … An Ideen mangelt es nicht. Eines der interessantesten betrifft eine universelle Kraft, die noch wenig genutzt wird: die Schwerkraft.

Britische Ingenieure wollen also die Hügel der englischen Landschaft in Batterien verwandeln, indem sie das alte Konzept des Wasserkraftwerks neu erfinden, während ein Kran und riesige Steinblöcke dank der terrestrischen Anziehungskraft die gleiche Rolle der Speicherung erfüllen könnten.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese letztgenannte, in der Schweiz geborene und „Energy Vault“ genannte Lösung die Forscher des International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA) in Wien, Österreich, inspiriert hat.

Sie mussten nur mit den Augen rollen, um unzählige Gebäude auf der ganzen Welt zu finden, deren Höhe mit der Schwerkraft spielen könnte, um Energie zu speichern: Immerhin existieren bereits Wolkenkratzer, und ihre Höhe kann nach einigen Anpassungen wahrscheinlich ausgenutzt werden.

Östlich von Eden

So wurde das sehr clevere Lift Energy Storage System (LEST) geboren. Wie New Atlas erklärt, wollen die IIASA-Wissenschaftler ganz einfach die bereits vorhandenen Aufzüge in Wolkenkratzern „nachrüsten“.

Wenn ein Stromüberschuss vorhanden ist, wird er nicht verschwendet, sondern für Lastkraftwagen verwendet, die möglicherweise robotergesteuert in Aufzügen platziert werden, die noch nicht in Betrieb sind. Umgekehrt könnte Strom erzeugt werden, indem diese Gewichte bei Bedarf mit den gleichen Aufzügen abgesenkt werden, im Gebäude oder im Netz.

Das LEST-System, das seinen Namen zu Recht trägt, ist nicht darauf ausgelegt, große Mengen erneuerbarer Energien zu liefern oder zu speichern, wie es bei größeren Projekten der Fall sein kann. Es hat viele Vorteile: Bestehende Strukturen könnten laut den IIASA-Teams einfach und mit moderaten Kosten angepasst werden.

Vor allem würden diese Wolkenkratzer-Batterien im Herzen unserer Städte platziert, wo sie möglicherweise einen kleinen zusätzlichen Strombedarf decken könnten.

Natürlich müssen noch tausend Gleichungen gelöst werden, damit LEST als sichere, praktische und wirtschaftlich tragfähige Lösung angesehen wird. Nach den Berechnungen des IIASA würden die Kosten für die Energiespeicherung des Systems zwischen 21 und 128 US-Dollar pro kWh liegen, viel günstiger als der Preis für herkömmliche Batteriespeicher.

Nach Ansicht derselben Teams könnten alle höchsten Gebäude der Welt zusammen in Speichereinheiten umgewandelt werden, die zwischen 30 und 300 GWh in das Stromnetz einspeisen können. Zu diesem Preis könnte es ein mehr als interessanter Beitrag zur Transformation unserer Stromnetze sein.

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